Arbeitswelt der Zukunft

Arbeitswelt der Zukunft: Fachkräftemangel adé?

Frank Eilers Im Dialog Leave a Comment

Können digitale Techniken die Arbeit erleichtern und Aufgaben von Fachkräften übernehmen? Oder müssen wir gar um unsere Jobs bangen, weil künstliche Intelligenz unsere Arbeitskraft ersetzt?  Kurz formuliert: Wie sieht die Arbeitswelt der Zukunft aus? Blicken Sie einige Jahre in die Zukunft und nehmen Sie spannende Denkansätze mit, wie sich die Arbeitswelt in der Zukunft entwickeln wird. 

In der Arbeitswelt treffen Digitalisierung und künstliche Intelligenz häufig auf Skepsis und verschlossene Türen. Auf Seiten der Unternehmen herrscht Furcht vor rasanten Veränderungen und Arbeitnehmer sorgen sich darum, dass künstliche Intelligenz sie an ihren Arbeitsplätzen ersetzt.

Keine Dystopie, sondern Realität

Die geäußerte Kritik ist zumeist oberflächlich und entstammt oft der Angst vor dem Neuen. Fakt ist: Jeder von uns muss sich zwangsläufig mit der Arbeitswelt der Zukunft auseinandersetzen, da Themen wie Digitalisierung oder künstliche Intelligenz unsere Realität schon heute massiv beeinflussen. Digitale Innovationen betreffen alle Berufsgruppen und Branchen und bringen enorme Veränderungen mit sich – im positiven Sinne.

Arbeitswelt der Zukunft
Frank Eilers: Keynote Speaker und Experte für die Arbeitswelt der Zukunft | Credit: Christoph Bünten

Jobs der Zukunft

Beispielsweise werden digitale Technologien dafür sorgen, dass lästige bürokratische Prozesse entfallen. Das aufwendige Ausfüllen eines Fahrtenbuchs ist überflüssig, wenn in der Arbeitswelt der Zukunft alle Fahrten automatisiert per GPS-Tracking aufgezeichnet werden. 

Darüber hinaus besitzt künstliche Intelligenz das Potenzial, menschliche Aufgaben zu übernehmen. Was zunächst nach dem Wegfall von Arbeitsplätzen klingt, stellt sich bei näherer Betrachtung als echter Mehrwert heraus. Zukünftig werden immer häufiger künstliche Intelligenz und digitale Technologien zeitintensive und sich wiederholende Arbeitsschritte selbstständig ausführen können. Das entlastet Arbeitnehmer, die am Fließband stehen, und gibt ihnen Zeit für wertvolle Aufgaben. Auch langwierige Tätigkeiten im Büro, bei denen wir gerne mal den Kopf ausschalten, werden sich dank KI in Zukunft auf ein Minimum reduzieren. Unser Job der Zukunft wird also deutlich wertschöpfender sein als bisher.

Zukunft der Arbeit: Lernen und lernen lassen

Um bei der rasanten Entwicklung Schritt halten zu können, sind sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer gefragt. Arbeitnehmer müssen offen an neue Technologien herangehen und Bereitschaft zeigen, diese zu lernen und sich in Zukunftsthemen weiterzubilden. Hat es früher noch gereicht, eine Ausbildung zu machen und bis zur Rente mit wenigen Fortbildungen auf dem neusten Stand zu bleiben, werden die Innovationszyklen in allen Branchen immer kürzer. 

Heute verändern sich die Technologien viel rasanter. Mittlerweile stellt es eine große Herausforderung dar, in seinem Fachgebiet immer up to date zu bleiben. Letztlich liegt der Ball auf Seiten der Unternehmen, den Arbeitnehmern entsprechende Zeiten für Weiterbildungen und Innovationen einzuräumen.

Zukunft im Recruiting: Fachkräfte bleiben Mangelware

Auch beim Fachkräftemangel sind die Unternehmen gefragt, sich in der Zukunft im Recruiting zu verändern und kreative Lösungen zu erarbeiten. In Zeiten von kununu und Co. spricht es sich bei Bewerbern schnell rum, wenn in Unternehmen eine veraltete Führungskultur und ein schlechtes Betriebsklima herrschen. In solchen Unternehmen bleiben die heiß umworbenen Fachkräfte auch weiterhin Mangelware. 

Die Dringlichkeit für Unternehmen, sich für neue Technologien zu öffnen, verstärkt zudem der demografische Wandel. Wenn zukünftig immer mehr qualifizierte Fachkräfte fehlen, müssen wir zwangsläufig auf die Unterstützung von künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien zurückgreifen. Interne Prozesse und Arbeitsschritte müssen wir neu definieren, sodass diese mit einer geringeren Anzahl an Fachkräften durchgeführt werden können.

Sind Unternehmen bereit für die Arbeitswelt der Zukunft?

Diese Herausforderung unterschätzen nach wie vor viele Unternehmen. Teilweise gehen Betriebe derart naiv mit Zukunftsthemen um, dass deren Existenz durch den Prozess einer schöpferischen Zerstörung stark bedroht ist. 

Wer sich hingegen KI oder die Digitalisierung zu Nutze macht, kann sich einen ungemeinen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Das betrifft neben den großen Playern auch viele mittelständische Betriebe. Oftmals beweisen gerade die Mittelständler mit überraschenden Ideen, wie sie innovative Techniken effizient im Berufsalltag nutzen können.

Arbeitswelt der Zukunft
Wie sieht die Arbeitswelt im jahr 2030 aus? | Credit: Ulla Heyne

Ausblick: Unsere Arbeitswelt im Jahr 2030

Eine der überraschendsten Ideen, die bisher noch unter dem Radar laufen, sind digitale Ökosysteme. Unternehmen können ihre Wertschöpfung immens steigern, wenn sie ihre eigenen Branchengrenzen durchbrechen und sich mit anderen Unternehmen digital vernetzen. Die enge und plattformübergreifende Zusammenarbeit sorgt für ungeahnte Synergieeffekte. Sie kann sogar so weit gehen, als dass Unternehmen mit ehemaligen Konkurrenten kooperieren.

Diese Kooperationen sind ein Zeichen dafür, dass wir mehr auf das Zwischenmenschliche achten müssen, je digitaler die Arbeitswelt der Zukunft wird. Mit gemeinsamen Visionen und einem optimistischen Blick in die Zukunft können wir uns Menschen wieder in den Mittelpunkt rücken und unser Zusammenleben neu gestalten. 

Etwas mehr Optimismus ist dabei ratsam: Viele Fachartikel belächeln den Ökonom John Maynard Keynes, der im Jahr 1930 behauptete, dass die Menschen in 100 Jahren nur noch drei Stunden am Tag arbeiten müssten. Statt diese Aussage zu belächeln, können wir darüber diskutieren, wie sich solche optimistischen Ziele erreichen lassen. Wir können heute damit anfangen. Noch haben wir zehn Jahre Zeit.

Frank Eilers hat seine Passion zum Beruf gemacht: Auf Konferenzen, Events und Messen tritt er als Keynote Speaker auf, um sein Wissen in den Bereichen Digitalisierung, künstliche Intelligenz und die Zukunft der Arbeitswelt zu teilen. Wenn er nicht gerade Podcasts erstellt, geht er gerne in gute Restaurants und Cafés. Er bezeichnet sich selbst als Genussmenschen und Hobby-Barista.

 

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